Ansichten aus dem Stralauer Kiez in Berlin

Web 2.0 das Monster

Web20_en.pngWeb 2.0 ist in aller Munde und meint damit die neue Unkompliziertheit mit dem Internet umzugehen. Ja mit dem Internet, denn dieses ist mehr als das www. Auch wenn sich Web 2.0 sehr auf das www beschränkt denn esgeht um Dienste, die Browserbasiert erreichbar sind. Es geht darum morgens in der S-Bahn den neusten Podcast zu hören, an der Arbeit Nachrichten Informationen per RSS-Feed zu empfangen, Mails nicht mehr per Filter in Ordnern abzuspeichern sondern jegliche Informationen mit Tags zu versehen und dadurch auf neue? Art und Weise durchsuchbar zu machen. Informationen und seien sie noch so persönlicher Art, werden öffentlich gemacht (mancher sagt dazu:veröffentlicht) an andere weitergegeben, ebenfalls mit Tags versehen von anderen kommentiert, weiterempfohlen oder einfach nur verlinkt. Web 2.0 ist das grösste Wissensmanagement Experiment, dass es je gab mag da manch einer sagen.

Eigentlich aber ist es nur ein Buzzword, wie es soviele andere auch schon gab. Aber trotzdem versucht jeder sich daran zu beteiligen und keiner kann daraus fliehen. Aber warum? Weil Web 2.0 nichts anderes ist als die Definition des Internets. Es geht um Unabhängigkeit, um Freiheit und darum Schranken zu öffnen. Web 2.0 bedeutet eigentlich nichts anderes als der natürliche Drang des Menschen das Internet, nachdem es zur Marketingmaschinerie geworden ist zurückzuerobern.

Das Internet als Massenmedium das keines ist, da es nicht an die Massen kommuniziert, sondern eher die Massen kommunizieren. Man kann definitionen immer so herumbiegen, wie sie gerade passen, jedoch bleibe ich lieber bei der Theorie der Kommunikationswissenschaft, dass das Internet eben seine eigene Definition braucht und sich nicht in die klassischen Massenmedien einreihen mag. Denn das Internet ist eben die Gegenbewegung zu den klassischen Massenmedien. Hier wird jeder zum Sender und jeder zum Empfänger. Dabei bleibt zwar die Frage ungeklärt ob wirklich jeder ein Sender ist, auch wenn seine Nachrichten nicht empfangen werden, da die Zielgruppe fehlt oder besser ihn garnicht kennt. Aber das Internet hat schon immer jedem die Tür geöffnet und die Möglichkeiten geboten eben genau das zusagen und zu tun, was er für richtig hält.

Und da ist wieder das Problem mit dem Massenmedium. Denn werden hier Nachrichten transportiert? Eigentlich handelt es sich doch vielmehr um Meinungen und eben nicht um objektive, sondern um das ganz subjektive Selbstverständnis. Und genau dorthin geht Web 2.0 zurück. Web 2.0 ist keine weiterentwicklung des Internets sondern die Rückeroberung. Es geht darum die Selbstregulierung wieder zu bekommen, die freie Meinung als wichtiges Gut darzustellen und sich nicht auf die Meinung einer weniger zu verlassen, sondern es geht um die wahre Globalisierung und die damit zusammenhängende Lokalisierung. Denn plötzlich ist die Meinung des Nachbarns wieder wichtig, es geht darum das Gleichgewicht wieder herzustellen um eine Selbstregulierung und eben doch die Freiheit.

Aber vergessen wir dabei besser nicht wer uns die Freiheit gibt. Sind es nicht Google, Yahoo, Microsoft, eBay und Amazon? Es ist doch schön, wenn gelebte Freiheit an die jeder glaubt so einfach kontrollierbar gemacht wird. Also warten wir ab was passiert

… Just my Web 2.0 cents

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1,2,3, ….. wem seins?

CB numbers.JPGBrot 1.0 bei Toms Diner, Web 2.0 überall, und bei mir gibts den Feedreader Feedreader in der Version 3.0. Manchmal brauche ich einfach mehr Kaffee, aber je mehr Unsinn man schreibt, desto mehr fällt es halt auf. Freut mich, wenn man auf diese Weise zu mir findet.

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Spreeblick macht kaputt

spreeerror.jpgIrgendwie ist bei Spreeblick derzeit der Wurm drin. Ich benutze als Feedreader ja den Feedreader in der Version 3. Seit einigen Tagen macht allerdings damit das lesen von Spreeblick keinen Spaß mehr, denn ständig bekomme ich Fehlermeldungen über einen Invalid Floating Point. So musste ich den Artikel von Max heute mal im Browser als Original lesen. Was haben sie nur gemacht? Ist beim bearbeiten des Layouts irgendwas schief gelaufen? Oder mag man mich dort einfach nicht mehr? Oder plant der Spreeblick gar einen eigenen Feedreader, den man auf diese Art undweise zu promoten versucht nach dem Motto: Wenn ihr uns lesen wollt, nehmt einen Browser oder aber unseren eigenen Feedreader? Oder lag es an der Hamburg-calling/">Veranstaltung in Hamburg? Hat Johnny etwa einen Web2.0 Vius mitgebracht? Fragen über fragen.

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Kein Bahnhof

060526_sonder-ice_afp_75x50.jpgIch war nicht da, habe es mir nicht angesehen und habe auch sonst nichts mitbekommen. Die Eröffnung des neuen Hauptbahnhofes in Berlin. Dafür andere wie hier, hier, hier, heute mitten in der Nacht schon hier mal wieder mit wunderbarem Panoramabild (Auch wenn ich dort nicht als Berliner Blog geführt werde, da ich meinen Weg nur Über den Markgrafendamm zu bloggen ein wenig verlassen habe, grrrr ;-) ) ausserdem haben sie das Pils vermisst. oder demnächst wohl auch hier ganz zu schweigen von demjenigen, der Klingonenschiffe sah. Der benachbarte Ostkreuzblog verspricht zwar schon seit ein paar Tagen eine Sonderseite zur Eröffnung aber bisher wurde noch nicht mehr gesehen und jetzt ist sie auch da. Spreeblick hat noch nichts dazu, bringt aber derzeit ständig meinen Feedreader mit einem “Invalid floating Point” zum Absturz. Mal abwarten, was heute noch dazu kommt.

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Eine schöne Geschichte über *Herrn Müller*

sample3Gross.jpgDas hier, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Süden.
Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im Supermarkt wart.Der Herr Müller stellt nämlich lauter Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt dafür, daß sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.
Die Sachen, die der Herr Müller herstellt, sind so gut, daß sogar der Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat.
Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im Osten.
Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut.
Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld. Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug. Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post gebracht und abgeschickt.
Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen Euro geschickt.
70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.
Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt.
Hurra, Herr Müller.
Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt, daß er sie gar nicht verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte.
Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewußt, auch die Herren vom Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewußt, es ist nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.
Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so.
Also was hat er gemacht, der Herr Müller? In Niedersachsen, das ist ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie gekauft. Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Müller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.
Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon gemerkt, daß der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen hat, als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen.
Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig einen Taschenrechner nehmen, dann wißt ihr, daß der Herr Müller für jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.
Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht.
Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm geht.
Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür, daß es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller.
Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie wieder verschließen kann und sehen hübsch aus.
Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber dasselbe. Da spart er was, der Herr Müller. Und sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle.
Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der Herr Müller nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann muß ich euch sagen, daß man so etwas einfach nicht tut.
Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann laßt doch einfach die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für den der Begriff “soziale Verantwortung” noch eine Bedeutung hat.

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