Web 2.0 das Monster
Jan Kutschera
Web 2.0 ist in aller Munde und meint damit die neue Unkompliziertheit mit dem Internet umzugehen. Ja mit dem Internet, denn dieses ist mehr als das www. Auch wenn sich Web 2.0 sehr auf das www beschränkt denn esgeht um Dienste, die Browserbasiert erreichbar sind. Es geht darum morgens in der S-Bahn den neusten Podcast zu hören, an der Arbeit Nachrichten Informationen per RSS-Feed zu empfangen, Mails nicht mehr per Filter in Ordnern abzuspeichern sondern jegliche Informationen mit Tags zu versehen und dadurch auf neue? Art und Weise durchsuchbar zu machen. Informationen und seien sie noch so persönlicher Art, werden öffentlich gemacht (mancher sagt dazu:veröffentlicht) an andere weitergegeben, ebenfalls mit Tags versehen von anderen kommentiert, weiterempfohlen oder einfach nur verlinkt. Web 2.0 ist das grösste Wissensmanagement Experiment, dass es je gab mag da manch einer sagen.
Eigentlich aber ist es nur ein Buzzword, wie es soviele andere auch schon gab. Aber trotzdem versucht jeder sich daran zu beteiligen und keiner kann daraus fliehen. Aber warum? Weil Web 2.0 nichts anderes ist als die Definition des Internets. Es geht um Unabhängigkeit, um Freiheit und darum Schranken zu öffnen. Web 2.0 bedeutet eigentlich nichts anderes als der natürliche Drang des Menschen das Internet, nachdem es zur Marketingmaschinerie geworden ist zurückzuerobern.
Das Internet als Massenmedium das keines ist, da es nicht an die Massen kommuniziert, sondern eher die Massen kommunizieren. Man kann definitionen immer so herumbiegen, wie sie gerade passen, jedoch bleibe ich lieber bei der Theorie der Kommunikationswissenschaft, dass das Internet eben seine eigene Definition braucht und sich nicht in die klassischen Massenmedien einreihen mag. Denn das Internet ist eben die Gegenbewegung zu den klassischen Massenmedien. Hier wird jeder zum Sender und jeder zum Empfänger. Dabei bleibt zwar die Frage ungeklärt ob wirklich jeder ein Sender ist, auch wenn seine Nachrichten nicht empfangen werden, da die Zielgruppe fehlt oder besser ihn garnicht kennt. Aber das Internet hat schon immer jedem die Tür geöffnet und die Möglichkeiten geboten eben genau das zusagen und zu tun, was er für richtig hält.
Und da ist wieder das Problem mit dem Massenmedium. Denn werden hier Nachrichten transportiert? Eigentlich handelt es sich doch vielmehr um Meinungen und eben nicht um objektive, sondern um das ganz subjektive Selbstverständnis. Und genau dorthin geht Web 2.0 zurück. Web 2.0 ist keine weiterentwicklung des Internets sondern die Rückeroberung. Es geht darum die Selbstregulierung wieder zu bekommen, die freie Meinung als wichtiges Gut darzustellen und sich nicht auf die Meinung einer weniger zu verlassen, sondern es geht um die wahre Globalisierung und die damit zusammenhängende Lokalisierung. Denn plötzlich ist die Meinung des Nachbarns wieder wichtig, es geht darum das Gleichgewicht wieder herzustellen um eine Selbstregulierung und eben doch die Freiheit.
Aber vergessen wir dabei besser nicht wer uns die Freiheit gibt. Sind es nicht Google, Yahoo, Microsoft, eBay und Amazon? Es ist doch schön, wenn gelebte Freiheit an die jeder glaubt so einfach kontrollierbar gemacht wird. Also warten wir ab was passiert
… Just my Web 2.0 cents
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