Ansichten aus dem Stralauer Kiez in Berlin

Pluto ist Palästina

photocase872893553.jpgÜberraschend wurde dem Planeten Pluto heute der Status als Planet aberkannt. Damit hat unser Sonnensystem nur noch 8 Planeten. Wir können also ab sofort den Merksatz “Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten” streichen. Jetzt brauchen wir einen neuen.

Allerdings ist bislang unklar mit welcher Berechtigung die International Astronomical Union (IAU) dem Pluto seinen Status aberkannte und ihm zum Zwergplaneten degaradierte. Muss sich für sowas nicht das Sonnensystemzulassungskontroolgremium treffen? Was sagen die Marsmännchen dazu? Und ist die Erde der einzige Planet, die Pluto nicht mehr als Planeten anerkennt?

Ich denke das ist Diskreminierung.

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Neue Wahlplakate

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Ist mir so eingefallen als ich gestern die neuen Plakate der SPD sah. Das würde ich mal innovativ nennen. Ok, vielleicht gebe ich mir irgendwann noch mla Mühe und mache es richtig.

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Schwarzes Schaf

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Draufklicken!

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Ostkreuz geht nicht

Die Frau Lore hat es auch geschafft meiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. S9 nehmen und beim Vorbeifahren meiner Wohnung zuwinken, denn die S9 hält richtung Schönefeld nicht am Ostkreuz.

Das kann man mir sooft sagen wie man will. Naja, der Vorteil ist ich wohne zwischen Ostkreuz und Treptower Park, von daher istes für mich nicht ganz so schlimm.

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Horst Hrubesch oder Musik wo bist du?

Achtung, dieses wird ein sehr langer Artikel, bei dem ich mir auch keine Mühe geben werde, mich kurz zufassen. Inspiriert durch das Main Feature dieser Tage bei Spreeblick und Gedanken, die wohl jedem Musiker und Musikliebhaber in den letzten Jahren durch den Kopf gehen. Da berichten sogar die Nachrichten über die überteuerten Konzerte von R. Williams und das man eigentlich trotz des hohen Eintrittspreises garnichts vom eigentlichen Konzert mitbekommt.

Die Frage, die aber doch dahinter steht ist eine andere. Nämlich die, wie ein Musiker, eine Band heutzutage ihr Geld verdient. Mittlerweile kassieren die Labels auch an den Konzerten mit, lange Zeit ein Terrain, auf dem der Künstler sein Geld noch verdienen konnte. Mit dem Verkauf von CDs kann er das schon lange nicht mehr. So bleibt dem Künstler an einer verkauften CD nur 7% der Einnahmen. Gut das sind bei 500.000 verkauften Alben im Idealfall immer noch rund eine halbe Millionen Euro, aber wer verkauft denn bitte soviele Alben?

KostenstelleAnteil in Prozent
Labels26 %
Vertrieb23 %
Handel20 %
Mehrwertsteuer14 %
Künstler7 %
GEMA6 %
Herstellung4%
Quelle: Wikipedia

Zurück zu den Konzerttickets. Mittlerweile kassiert ja der Staat auch bei ausländischen Künslern bei deren Konzerteinnahmen ab und nicht nur das hatte zur Folge, dass die Ticketpreise in Höhen stiegen, die kein Konzert mehr rechtfertigen kann. Die Kosten eines Konzertes selbst sind so hoch, dass gerade große internationale Künstler nur noch wenige Konzerte geben, dafür aber in immer größeren Arenen. Das Problem dabei ist dann aber halt wieder, dass die in den hinteren Reihen vom Konzert wenn dann nur über die Großbildleinwände etwas mitbekommen. Und da ist der Kauf einer DVD dann doch günstiger und bequemer. Warum also überhaupt noch zu diesen Megaevents gehen?

Die Musikindustrie bewegt sich derzeit immer weiter in eine Sackgasse. Die Zeiten als es noch Singles gab, die man mit 45RPM abspielte sind lange vorbei. Erst kamen die Maxi-CDs als Albumauskoppelung (Früher gab es Singles, Maxis und LPs) und mittlerweile sind selbst diese schon durch die Klingeltöne abgelöst.

Kurze Zwischenmusik:

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Das Lied heisst “Schräger Vogel” und war der Hit einer meiner alten Bands. Diese nannte sich Hrubesch und wäre wohl wenn es sie heute noch geben würde zumindest vom Namen her die Hausband von Fooligan.

Aber was bewirkt all dieses? Radiosender, Labels, MusikTV, Media Markt etc.? Die Kommerzailisierung der Musik ist nicht neu. Und natürlich muss sie sich auch weiterentwickeln. Aber kann sie das gegen die Zielgruppe? Derzeit wird hauptsächlich der Markt der 12-16 jährigen bedient. Eine Zielgruppe die nicht gerade dafür bekannt ist Unsummen an Geld zu haben. Es wird Musik vermarktet und vertrieben, die eben jene Musikliebhaber garnicht mehr anspricht. Nicht die jungen, gut verdienenden Manager, nicht die neureichen jungen Familien, und schon garnicht die Künstler, Lebenskünstler und Arbeiter, die sich ein gutes Stück Musik verdient haben. Ehrliche Musik. Musik die nicht davon lebt, dass man sie ständig und überall solange angepriesen bekommt bis man sie garnicht mehr hören möchte. Wo ist das Erlebnis geblieben, dass man zumindest noch das Gefühl hat, das einen mit dem Künstler etwas verbindet?

Es ist eine anonyme Musikwelt geworden, in der man schnell ein paar Songs bei Itunes kauft oder sich die neuste Bravo Hits vom Banknachbarn rippt, weil man sie ja auch haben muss. Das Konzeptalbum ist auf diesem Weg schon lange verloren gegangen. Die Zeiten in denen sich Künstler noch Gedanken machten, auf welche LP Seite welcher Song kommt und an welche Stelle gibt es nicht mehr. Sie sind überflüssig in Zeiten in denen man sich die Reihenfolge selber zurecht stellen kann oder aber durch Shuffle Funktionen zusammenstellen lässt.

Kurze Zwischen Musik:

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Titel: “Merkwürdiges Benehmen” Die Band Hrubesch, das waren vier mal Horst. Schade eigentlich, dass es die Band nicht mehr gibt, aber ein guter Grund die Musik hier nocheinmal vorzustellen. DRM Frei.

DRM der nächste weitere, große Schritt in die Sackgasse. Musik die ich nur noch einmal oder nur auf einem bestimmten Gerät abspielen kann. Musik die von der Plattenindustrie (Die wohl mittlerweile eher CD Industrie heissen muss oder doch besser einfach nur Musikindustrie.) kontrolliert wird. Leider geht der Konsument auf diesem Wege dann komplett baden. Denn Musik ist halt kein greifbares Produkt und wird es auch nie werden. Musik ist doch eine Ausdrucksform. Es geht um Gefühle, um Gedanken. Es geht darum jemanden zu berühren. Aber genau das kann man nicht steuern. Und daran wird die Musik dann vielleicht doch eines Tages sterben. Man kann Musik nicht so allgemein machen, dass man eine möglichst große Zahl an Käufern anspricht. Man kann die Käufergruppen zwar dazu animieren, die Musik zu erwerben, aber geht es bei Musik nicht auch um eine längerfristige Bindung?

Es wird also Zeit für einen Umbruch, ja vielleicht sogar eine Revolution. Es wird Zeit den Großen das Zepter aus der Hand zu nehmen und die Musik wieder zurückzubringen. Zwar versuchen das Seiten wie Garageband oder auch myspace durchaus auf ihre eigene Weise, jedoch ist dort der Künstler selber verantwortlich seine Musik auch publik und bekannt zu machen. Nur ist der Musiker mit dieser Aufgabe meist überfordert und die Plattformen selber haben kein Interesse daran die Musiker weiter zu unterstützen als eben Ihren Dienst anzubieten. Sie stellen die Plattform, was derjenige daraus macht ist dann seine Sache. Aber der Musiker lebt halt leider nicht davon einfach nur seine Musik zur Verfügung zu stellen. Er muss auch von irgendetwas leben.

Da der gemeine Konsument aber wenig Interesse daran zeigt Geld zu bezahlen wenn er nicht unbedingt muss, hat der Künstler ein Problem wenn er seine Musik allen kostenlos zur Verfügung stellt. Denn wovon soll er leben? Über solche Plattformen wird man lange nicht so bekannt, dass man große Hallen füllt und sich mit den Einnahmn der Konzerte finanzieren kann. Es fehlt also an der vernünftigen Schnittstelle zwischen Musiker und Konsument. Bisher waren dieses die Label, aber warum soll man dieses nicht ändern? Denn schon lange sind die Labels nicht mehr an den Künstlern interessiert sondern vielmehr an der Gewinnmaximierung.

Zeit für: Zwischenmusik

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Der Song Eine Nacht darüber, hat einen wie ich finde, sehr schönen Gitarrenpart in der Mitte. Und ungelogen es war nur eine Gitarre. Ich weiss das.

Wenn man sich die Kommentare auf Spreeblick mal so durchliest, stellt man doch eines fest. Die Geschmäcker sind verschieden und jeder hat wieder andere Vorstellungen. Der eine möchte ein Abo, der andere möchte eine CD in Händen halten, der nächste möchte lieber soviel bezahlen wie er für richtig hält. Es kann also bei der Revolution nicht darum gehen den Hörer umzubasteln, wie es die Musikindustrie gerne versucht, sondern der Weg ist eher den Hörer wieder zurückzuholen. Hin zur Musik. Es wird wohl keine Revolution geben, die sofort funktioniert, da man die Käufer nun mal auch über die kassischen Wege wie Saturn, Amazon etc. mit CDs versorgen muss. Auch die iPod Besitzer wollen mit Sicherheit nicht auf ihr Itunes verzichten.

Das neue Label muss anderes schaffen. Es muss die klassischen Vertriebswege bedienen, aber gleichzeitig die neuen Wege miteinander vernetzen und auch nutzen und das eben breiter und über mehr verschiedene Modelle als es die alten Labels tun. Es wird die Bindung sein zwischen Künsler und Zuhörer, die verändert werden muss. Es benötigt keine neue Vertriebsplattform. Davon gibt es mehr als genügend. Technik und Plattenplatz finden sich genügend in den Weiten des Netzes.

Zwischenmusik:

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Zum Glück viel mir diese zweite Gitarre noch im Studio ein, sonst wäre das ein echter Lagerfeuersong geworden. So ist es nur noch ein halber. Aber dafür mit einem wunderschönen Text. Das Lied heisst im übrigen Rosenstaub.

Was also muss das Label Revolution leisten? Es muss die Wege verkürzen zwischen Künstler und Zuhörer. Es muss beide aus ihrer Anonymität herausholen. Auch wenn ich den Begriff nicht mag, es geht um Musik 2.0. Es geht um interaktivität. Wieviele Labels gehen immer noch oder immer mehr gegen Fanpages vor statt sie zu unterstützen? Warum soll nicht auch der Fan der Energie in ein Projekt steckt, weil er die Musik des Künstlers mag etwas davon haben? Wir leben in Zeiten von Affiliate Marketing und Web 2.0. Schlagworte wie Vernetzung und Partnerprogramme sind gang und gebe. Warum sollen diese nicht auch in der Musikwelt funktionieren?

Das Label Revolution muss die Schnittstelle sein, die beobachtet, koordiniert und hilft. Es geht nicht darum zu kontrollieren, vielmehr darum die Strukturen die es gibt zu unterstützen. Was für eine Menge an Arbeit kann man dadurch sparen? Teure Agenturen könnten überflüssig werden. Das Marketing braucht sich nicht mehr alleine darum kümmern ein Produkt (Das sind diese modernen sogenannten Künstler doch bei den Labels oder?) an den Mann zu bringen. Die PR Maschinerie bräuchte die Arbeit nicht mehr alleine machen, sie wären nur noch Anstossgeber und Informationsschnittstelle die zwar die alten medien nach wie vor bedienen müssten, aber eben von den Strukturen des Internets auch profitieren können.

Nicht zuletzt der Künstler selber. Auch er könnte mehr unterstützt werden. Es geht darum ihm eine Familie zu bieten. Nicht darum ihn auszunutzen, ihn mit Knebelverträgen abzuspeissen und nach Benutzung wieder wegzuwerfen. Der Künstler ist ein sensibles Wesen, dass genauso wie eine Pflanze versorgt und umsorgt werden muss. Das funktioniert zwar bei kleinen Labels oftmals noch, jedoch steht jeder Künstler bei einem Label unter dem Zwang auch bestimmte zahlen zu erreichen.

Nochmal Zwischenmusik

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Sterntalegeschenk. Eigentlich die Musik des Intros bei Konzerten und der CD. Aber irgendwann haben wir dann doch noch einen Text gefunden der darauf passte.

Die in den Kommentaren auf Johnnys Artikel sooft gepriesenen Label Parties gibt es ja durchaus schon lange. Aber meistens ist hier halt nur ein ausgewähltes Publikum geladen, oder aber es ist eher eine verkappte Depeche Mode Party, bei der man zwar die Künstler des Labels hört aber am Ende des Abends dann doch nicht weiss welcher Song nun von welchem Künstler war.

Aber das was hier als Label Partie gedacht ist, kann man wohl eher mit einer Messe vergleichen. Kann sich noch jemand an die Musikermesse Popkomm in Köln erinnern? Ich meine zu den Zeiten als es eine Messe war auf der die Künstler sich präsentieren. Damals, als sie noch nicht in Berlin war und eigentlich eher so etwas wie eine Loveparade der Rock und Pop Musik. Ich denke genau das ist darunter zu verstehen.

Aber was soll eigentlich das lange Nachdenken darüber? Warum nicht einfach tun? Warum sich nicht ins Haifischbecken werfen und den Haifischen zeigen, dass es auch anders geht? Es ist zwar eine schwere Aufgabe, aber sie ist zu meistern und das Problem ist doch, dass keiner mal anfängt. Es wird darüber nachgedacht und gesponnen und je länger es dauert, desto mehr wird der Entschluss kommen, dass man um die klassischen Wege nicht herum kommen kann, da man ja selber auch Geld verdienen will und gibt den Gedanken wieder auf. Geld verdienen kann man auch. Man muss nur besser sein als die anderen, und gerade als kleiner Verlag hat man den Vorteil noch flexibel sein zu können. Also los.

So zum Abschluss noch ein Interview mit Hrubesch:

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Und falls Spreeblick noch einen Marketing- oder Produktmanager braucht, oder auch jemand anderes, Kontaktdaten stehen im Impressum.

Und falls jemand auf die Idee kommen sollte eine Bloggerband zu gründen, unter den gleichen Kontaktdaten findetman auch einen Gitarristen.

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