Ansichten aus dem Stralauer Kiez in Berlin

“Tempo”-Revival-Ausgabe im Herbst

tempo.jpg Die Kultzeitschrift “Tempo” kommt noch einmal an den Kiosk.

In der zweiten Novemberwoche 2006, zehn Jahre und sieben Monate nach dem Aus der Kultzeitschrift, wird “Tempo” noch einmal erscheinen, berichtete der “Tagesspiegel” am Freitag den 14.07.2006. Es war eigentlich nur eine Idee bei einem Ehemaligen-Treffen, die jetzt doch Wirklichkeit wird. Für 4,50 Euro kann man im November noch ein letztes Mal “Tempo” im Kiosk erhalten. Eine Auflage von 250.000 Exemplaren ist geplant.
“Tempo” war in den 80er Jahren die Zeitschrift einer jungen Generation von Journalisten, Fotografen und Illustratoren, die alles anders machen wollten. Es war die vielleicht erste Lifestyle-Zeitschrift Deutschlands bevor dieser Begriff überhaupt erst Mode wurde hierzulande. Dabei hatte die Zeitschrift aber durchaus Anspruch – und schaffte den Spagat zwischen Armani und AIDS, zwischen Hochglanz und Sinnstiftung.
Herausgegeben wird die letzte “Tempo”-Ausgabe gemeinsam vom Hamburger Jahreszeitenverlag und Markus Peichl, dem damaligen Gründer. Die Redaktion soll in der Chausseestraße in Berlin-Mitte sitzen, wie der “Tagesspiegel” berichtet. Binnen drei Monaten soll das einmalige Blatt stehen. Helfen sollen alte Bekannte, aber auch Nachwuchsjournalisten.

Ich kann mich durchaus noch daran erinnern, auch ich las Tempo gerne. Leider sind die gesammelten Werke bei irgendwelchen Umzügen mittlerweile abhanden gekommen. Aber so gibt es im November noch mal ein kurzes Auferleben alter Erinnerungen. Irgendwie hatte Tempo doch diese Leichtigkeit, die man heutzutage leider kaum noch findet. Stattdessen ist wieder hipper, ernsthafter und schwerfälliger Journalismus gefragt. Schade eigentlich.

[Via irgendwen, den ich leider vergessen habe. Falls es jemand weiss bitte melden.]

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Pressestimmen zur WM

0,1886,2557118,00.jpgItalien:

«La Republica»: ««Ciao ciao Weltmeisterschaft. Jetzt scheint alles unvergesslich. Aber – einmal abgesehen von Italien und Frankreich – was wird uns wirklich von diesen Weltmeisterschaften 2006 in Erinnerung bleiben? Die deutsche Menschenmenge etwa. Ein diszipliniertes Meer von Fans. Sie wirken immer so, als hätten sie eine natürliche Fernbedienung. Die Furcht, die daraus entsteht, ist, in wessen Händen der Kontrollknopf letztlich landet.»

«La Gazzetta dello Sport»: «Diese Weltmeisterschaft hat uns viele einfache Dinge gelehrt. Dass der Fußball ein Mannschaftssport ist zum Beispiel und dass elf motivierte Männer mit demselben Ziel und in der richtigen Zusammensetzung mehr wert sind als elf Fußball-Superstars, bei denen jeder nur für sich selbst spielt. (…) Das freudige Endspiel hat noch einmal die Überzeugung gestärkt, dass Deutschland als Nation diese Weltmeisterschaft in punkto Heiterkeit und Organisation gewonnen hat (…).»
GROSSBRITANNIEN:

«The Times»: «Alles in allem sind sie nicht so schlecht, die Deutschen. Unsere angelsächsischen Brüder waren patriotisch und leidenschaftlich, aber sind rücksichtsvoll, unaggressiv und freundlich geblieben. Ihre Fußballer waren unterhaltsam, und ihre Fans haben Party gefeiert. Fantastisch.»

«The Guardian»: «Es wäre zu einfach zu sagen, dass die Weltmeisterschaft Deutschland ermöglicht hat, sich selbst wieder zu mögen. Dieser Prozess war von sehr langer Dauer, und wir können die Schwierigkeiten nur ahnen. Aber beim Betrachten der verrückten Ausgelassenheit, die nach dem Erfolg des Gastgeberlandes im kleinen Finale über Portugal in den Straßen von Berlin ausbrach, kommt man kaum daran vorbei festzustellen, dass dieses Land in den vergangenen fünf Wochen eine unumkehrbare und grundlegende Veränderung durchgemacht hat.»

«The Daily Telegraph»: «Der Platzverweis für Zinedine Zidane hat die große Party verdorben. Aber auch wenn sie ein wenig zufrieden stellendes Ende genommen hat: Diese Weltmeisterschaft ist es würdig, mit einem Lächeln in der Erinnerung zu bleiben, und zwar nicht allein in Rom, Neapel und Turin. Auch wenn das Finale im Olympiastadion von Adolf Hitler stattfand: Es liegt genügend Zeit zwischen der 11. Olympiade und der 18. Fußball-Weltmeisterschaft, um nach vorn zu schauen. Für die jungen Berliner ist dieses Land ihr Land – und nicht das Eigentum von dunklen Schatten, die vor sieben Jahrzehnten auf der Ehrentribüne saßen.»

SPANIEN:

«El País»: «Es war die beste WM mit dem schlechtesten Fußball. Es bleibt das Gefühl, das Spielfeld sei zu groß für einen so kleinen Ball gewesen. Es hat aber kaum schlechte Nachrichten gegeben. Die Zwischenfälle waren minimal, und das Fest des Fußballs konnte friedlich in den Kneipen und auf den Straßen gefeiert werden, schließlich waren alle Deutschen bemüht, so wie Jürgen Klinsmann zu sein. Das freundliche Image des Nationaltrainers war entscheidend dafür, dass die WM-Teilnehmer glücklich nach Hause zurückgekehrt sind. Deutschland war diesmal weder arrogant noch verbittert. Es war der beste Gastgeber und hat das Gesetz des Fußballs akzeptiert, auch wenn dieses diesmal nicht auf seiner Seite war.»

ARGENTINIEN:

«Clarín»: «Franz Beckenbauer, der Kaiser, war das Gesicht der Weltmeisterschaft. Er reiste unermüdlich kreuz und quer durch Deutschland, nahm an jeder Zeremonie teil und war bei jedem Spiel im Stadion. Die verdiente Anerkennung kam, nachdem die Deutschen den dritten Platz erzielt hatten, und die Zuschauer im Stadion von Stuttgart diesem exzellenten Repräsentanten des Gastgeberlandes lange und verdiente Ovationen darbrachten.»

NIEDERLANDE:

«Volkskrant»: «Die Deutschen hatten Recht. Die Welt war zu Gast bei Freunden. Um die Spielfelder herum war die Fußball-WM ein unglaublicher Erfolg, ob es um die Fröhlichkeit und die Farben auf den Straßen geht, die Sicherheit, den allgegenwärtigen Optimismus, die Verbrüderung zwischen Fans oder die Organisationskraft der Deutschen. Nur mit dem Fußball musste man sich irgendwie behelfen.»

«Telegraaf»: «Fußballerisch hat die WM nicht viel gebracht. (…) Den einzigen neuen Maßstab, den die WM in Deutschland setzte, betraf das Erlebnis. Im Gastgeberland wird alles Klinsmann angerechnet, aber auch Beckenbauer und das OK verdienen ein Lob. Sie haben das Turnier als eine Herausforderung aufgefasst, um mit allen Fans aus aller Welt ein Fußballfest zu feiern. Die von Hooligans freien Feste in allen Städten mit Fans aus aller Welt waren immer ein Höhepunkt.»

SCHWEIZ:

«Tages-Anzeiger»: «Was es war: Eine wunderbare Sommerparty mit vielen schönen Erinnerungen, mit starken Bildern und Geschichten, mit großen Gefühlen. Was es nicht war: großer Fußball. Vielleicht hat die WM etwas geweckt, vielleicht entdeckten wir, dass wir gerne ausbrechen würden aus dieser individualisierten Welt, dass wir mehr gemeinsam erleben wollen. Das Wir-Gefühl, das uns manchmal so fremd geworden ist, konnte gelebt werden.»

«Neue Zürcher Zeitung»: «Deutschland war der erwartet gute Gastgeber. Die WM hat mehr als nur Fußballbegeisterte während eines Hitzemonats in Handeln und Denken bestimmt – auch oder vor allem dank den zunehmenden Fortschritten der “Klinsmannschaft”. Der für die empfindsameren Besucher oft gar kraftmeierische und bierselig laute Pop- oder Party-Patriotismus blieb allermeist natürlich. Das Flagge-Zeigen war mehr belustigend denn übertrieben nationalistisch.»

«Basler Zeitung»: «Mag sein, dass der schwarz-rotgoldene Kostümball sich je länger, desto mehr vom eigentlichen Ereignis abkoppelte. Und ein bisschen selbstvergessen deuteten die Deutschen am Ende ihr kleines Finale zum größten Spiel des Turniers um. Wir sehen es ihnen nach, denn sie haben es sich verdient.»

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Pressestimmen zu Deutschland – Portugal

0,1886,2557118,00.jpgFRANKREICH:

«L’Equipe»: «Der ideale Abgang. Ein letztes Feuerwerk gegen Portugal, einen besseren Schlussstrich konnte Deutschland nicht unter diese WM setzen.»

«Le Journal du Dimanche»: «Deutschland hat seine WM zu Hause perfekt abgeschlossen. Der unglaubliche Monat des Feierns geht auf saubere und edle Weise zu Ende. Letzte Großeinstellung auf den Wald der deutschen Fahnen im Stadionrund.»

«Le Parisien»: «Die Deutschen auf dem Podium. Anders als ihre glorreichen Vorgänger von 1966 haben die Portugiesen das diesmal nicht geschafft. Sie überlassen den Deutschen den letzten Erfolg, gefeiert von einem ganzen Volk.»

ARGENTINIEN:

«Olé»: «Deutschland hat ein tolles Ende seiner WM hingelegt. Es hat den dritten Platz erkämpft, stellt voraussichtlich mit Klose den Torschützenkönig, und die FIFA hat Podolski zum besten Nachwuchsspieler gewählt. Das sind alles Gründe zum Feiern, und so hat es das Publikum auch gesehen: Bei jeder Aktion von Oliver Kahn gab es großen Applaus, und der Sieg wurde fröhlich gefeiert.»

«Clarín»: «Deutschland hat mit dem Erfolg über Portugal das Siegerpodest erklommen.»

«La Nación»: «Deutschland hat ein großartiges WM-Turnier hingelegt. Aufrecht hat es sich von der WM verabschiedet, und das mit einem neuen Helden. Sicher kann dieser Sieg nicht ganz die Trauer über die Niederlage gegen Italien vergessen machen, aber er war ein großer Trost für viele Deutsche. Sie sahen eine Mannschaft, die sich mit einem Lächeln von ihren Fans verabschiedete.»

SCHWEIZ:

«SonntagsZeitung»: «Das Team von Trainer Jürgen Klinsmann konnte sich feiern lassen. Die Deutschen drehten in der zweiten Halbzeit richtig auf, zeigten mehr Biss und Siegeswillen. Allen voran Bastian Schweinsteiger. Bei seinem Distanzschuss in der 56. Minute sah Portugals Torhüter Ricardo allerdings nicht gut aus.»

«NZZ am Sonntag»: «Es entstand zu Beginn eine unverkrampfte, temporeiche Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Vielleicht fehlte manchmal das klare Konzept. Auch ohne die verletzten Ballack, Mertesacker, Friedrich und Borowski stellten die Deutschen das klar bessere, abgeklärtere, willigere Team.»

«SonntagsBlick»: «Panzerfußball. Die Deutschen feiern Jürgen Klinsmann als Reformer ihres Fußballs. Dabei ist er bloß ein Sepp Herberger der Spaßgesellschaft.»

ÖSTERREICH:

«Kronenzeitung»: «Jubel zum Abschied – Mit Schwein(i) auf Platz drei. Seine zweieinhalb Tore machten den deutschen Youngster zum großen Helden beim 3:1 Sieg in Stuttgart gegen Portugal.»

NIEDERLANDE:

«Telegraaf»: «Dass das Deutschland des Bäckersohnes Jürgen Klinsmann durch Treffer von Ass Bastian Schweinsteiger und einem Eigentor von Petit mit dem dritten Platz davonkam, war, ganz vorsichtig gesagt, glücklich.»

SCHWEDEN:

«Expressen»: «Eigentlich bestand schon beim Einlaufen ins Stuttgarter Stadion kein Zweifel, wer hier gewinnen würde. Diese junge deutsche Mannschaft hat das Zeug zu künftigen Meisterschaften.»

DÄNEMARK:

«Jyllands-Posten»: «Schweinsteiger verschaffte sich wahrlich einen guten Abgang nach seiner schwachen Leistung vorher im Turnier. Nachdem es nicht zum großen Finale gereicht hat, erwies sich das kleine als auch nicht so schlecht.»

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Jetzt wird Bruno gegessen

haribobruno.jpg

So zumindest würde es mit Sicherheit die Bild Zeitung verkaufen. Aber es ist wirklich wahr. Zwar wird er nicht zerlegt und in Einzelteilen an der Fleischtheke verkauft, aber die Firma Haribo ist auf den Zug aufgesprungen und hat in Andenken (?) an JJ1 ein neues Produkt herausgeberacht:

Bei dem aktuellen Artikel “BRUNO-BRAUNBÄRâ€? handelt es sich um Schaumzuckerprodukte in den Geschmacksrichtungen Schoko und Karamell.
Wahre HARIBO- und Bruno-Sympathisanten dürfen sich dieses einmalige Nascherlebnis nicht entgehen lassen!

Zukünftig sollen die nächsten wildlebenden Bären in Deutschland nicht vom gleichen Schicksal wie Bruno eingeholt werden.
Um dieses Vorhaben zu realisieren, wird HARIBO für jede verkaufte Runddose “BRUNO-BRAUNBÄRâ€? 20 Cent dem WWF Deutschland für “Bärenprojekte in den Alpenâ€? spenden.

Quelle: Pressemitteilung der HARIBO GmbH & Co. KG

[Via markenblog]

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Pressestimmen zum Spiel Deutschland – Italien

0,1886,2557118,00.jpgItalien:«La Gazzetta dello Sport»: «Flieg, Italien, flieg. Grosso-Del Piero: Azzurri im Finale, Delirium auf allen Plätzen. Cannavaro, Kaiser von Deutschland.»

«Il Corriere dello Sport»: «Wir lieben Euch. Die blauen Löwen sind im Endspiel. Dieses unendliche Italien. Deutschland geschlagen in der Verlängerung mit den Toren von Grosso und Del Piero.»

«Il Corriere della Sera»: «Zwei großartige Tore und Italien kommt ins Finale. Grosso und Del Piero treffen in der letzten Minute. Deutsche Tränen und Festa Azzurra in allen Städten.»

«La Stampa»: «Wunderbares Italien. Grosso und Del Piero schenken uns das Finale. Wir gehen nach Berlin. Auf den Plätzen explodiert die Party. Alle vereint durch den blauen Triumph.»

GROßBRITANNIEN:

«The Sun»: «Wurst-Albtraum.»

«Daily Telegraph»: «Ballacks Traum endet in Tränen. Italiens Fußball macht weiterhin Schlagzeilen: Zu Hause in der Krise, im Ausland im Glück.»

«Daily Mail»: «Tränen, als Jürgens Traum vernichtet wird. Die Deutschen gewinnen immer, wenn es zum Elfmeterschießen kommt, aber vorher schlagen die Italiener immer die Deutschen.»

«Daily Mirror»: «Sie kamen als die Parias der Welt, die Männer, die alles repräsentierten, was der Fußballsport gern vergessen möchte über die dunkle Seite dieses wunderschönen Spiels. Doch am Sonntag ist es Italien, das erhobenen Hauptes und mit stolz geschwellter Brust im Berliner Olympiastadion aufmarschieren wird, die Ehre wieder hergestellt, belohnt für den Mut.»

«Independent»: «Was für ein Ende, eine Furcht einflößende Erledigung der Gastgeber-Nation durch Italien.»

«Guardian»: «Die Party ist aus für Deutschland, aber Klinsmann verbreitet landesweit Stolz.»

«Times»: «Die (deutsche) Nationalmannschaft ist als ein Team mit Angriffslust neu aufgestellt worden und das Land ist ein fröhliches geworden, das seine Flagge wieder gewonnen hat.»

FRANKREICH:

«France Soir»: «Auf Wiedersehen, Ballack.»

«Le Figaro»: «Italien löscht den Traum der Deutschen aus. Es ist eine Leistung, wie viel Mut zum Überleben die Squadra im Hexenkessel von Dortmund bewiesen hat.»

«Libération»: «Grosso Leistung Italiens.»

«L’Equipe»: «Italien zerbricht den deutschen Traum. Zauberhaftes Italien. Cannavaro löscht die Feuer. Ballack war nicht auf der Höhe.»

SCHWEDEN:

«Aftonbladet». «Italien kam als böser Geist und Hassobjekt zur WM und hat nun mehr erreicht, als man erträumen konnte. Die Italiener spielten für ihre Ehre, die Deutschen für ein Volk in Ekstase. Endlich gab es mal ein WM-Match, das allen großen Erwartungen gerecht wurde.»

«Svenska Dagbladet»: «Als alle sich auf das Elfmeterschießen eingerichtet hatten, kam die Entscheidung. Die Deutschen erwartet nun statt der Fortsetzung ihrer WM-Party ein gigantischer, landesweiter Kater.»

Frankfurter Allgemeine Zeitung:

«Das jähe Ende einer Traumreise – Grosso und Del Piero treffen kurz vor dem Ende der Verlängerung zum 2:0 für Italien.»

Bild:

«0:2 – Wir weinen mit Euch – Ihr seid trotzdem Helden.»

«Schade, Jungs! Ihr habt gekämpft wie die Weltmeister!»

«119. Minute: Grosso trifft uns ins Herz»

Hamburger Abendblatt:

«Entscheidung in der 119. Minute»

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