Politiker Disqualifizierungs-Fernsehen
Sabine Christiansen ist ein Auslaufmodell. Soviel sollte bekannt sein. Den meisten ist wohl ebenso klar, dass mit Hilfe dieser Sendung die Politikverdrossenheit in Deutschland noch weiter vorangetrieben wurde als die Politik es alleine geschafft hätte.
Heute nun war es wieder soweit. Dieses mal durften allerdings nur zwei Politiker ran um sich selber zu disqualifizieren. Herr Markus Söder als Generalsekretär der CSU, und Frau Claudia Roth die Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen, weil sie wohl die einzige Politikerin aus Bayern ist, die in den letzten 3 Wochen nicht in der Sendung antreten durfte.
Desweiteren war ein Herr Uli Hoeneß anwesend, der wohl als bayrisches Urgestein die Mentalität dieses Völkchens vorführen sollte. Helmut Dietel, der mittlerweile mehr in Berlin als in Bayern zuhause ist, wollte Frau Christiansen wie es schien eher Stoff für ein neues Drehbuch anbieten um in der Verfilmung dann eine Rolle zu bekommen. Anders lässt sich zumindest seine Anwesenheit nicht erklären. Allerdings hat sie da auf den Falschengesetzt. Denn verfilmen möchte ja nun offenbar Dieter Wedell das Drama um Herrn Stoiber.
Fehlen noch die nicht-Bayern. Da wäre als erstes Hillu oder mit mittlerweile bürgerlichem Namen Hilltrud Schröder-Köpf, äh nein, auch falsch. Hiltrud Hensen, die ehemalige Ehefrau von Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder. Diese war die einzige in der Runde, die wenigstens zugab, dass Politiker unter eine Glasglocke leben und das auch die Veröffentlichung von Affären in den Boulevardmagazinen durchaus von Parteimitgliedern angeschoben werden um unliebsame Konkurrenten aus dem Weg zu räumen. Gut, dass hätten wir auch so gewusst, aber immerhin hat es auch mal jemand im Fernsehen gesagt.
Ja wäre da noch der gute Was erlauben Strunz! oder auch bekannt als Claus Strunz der Chefredakteur der Bild am Sonntag. Dieser war eigentlich eher als Buhmann eingeladen um die Affäre von Horst Seehofer in ein anderes Licht zu rücken. Hätte er einfach mal verraten ob Huber oder Beckstein sein Informant war, dann hätten wir endlich anfangen können einen reinen Tisch zu machen. Stattdessen wurde ihm eine kurze Ansprache von Hans Leyendecker, die eher vorgelesen klang, vorgesetzt und durfte erst nach vehementen Zwischenrufen darauf eingehen. Aber immerhin muss man Herrn Strunz eins zu gute halten. Das was derzeit in der Politik und ein wenig öffentlicher in Bayern geschieht, da braucht keine Zeitung mehr kommen. Schlimmer machen kann es hier auch keine Zeitung aus dem Axel Springer Verlag mehr.
Da hätten wir doch alle Gäste beisammen. Aber zurück zur Disqualifikation. Es standen dieses mal wie erwähnt zwei Politiker zur Auswahl. Beide gebürtig aus Bayern. Aber wer hat sich nun mehr disqualifiziert? Frau Roth, die anscheinend mehr Interesse daran hatte auf ihre Streitereien mit der BILD Zeitung zurückzukommen und nur wenig zu den Vorgängen in Bayern zutragen wollte?
Oder war es doch Herr Söder, als echter Stoiberianer, wie er ständig zu betonen wusste. Immerhin hätte er immer hinter Stoiber gestanden. Gut da hat ihn dann leider niemand gesehen. Aber man musste sich doch ernsthaft fragen, welche Rosa-Brille er da auf hatte und welche Mittel er in den letzten Wochen zu sich genommen hat. Denn wie kann man sich nach all dem was in den letzten Tagen abgelaufen ist hinstellen und noch sagen, dass Herr Stoiber ehrlich und standhaft und vor allem für die Partei zurückgetreten ist und man Ehrfurcht vor so einem konsequenten Mann haben muss.
Ich glaube Herr Söder hat die Käseglocke direkt auf den Kopf bekommen. Denn so schön reden kann man sich die Welt doch nun wirklich nicht.
Wir halten also fest, dass die Politiker sich eigentlich schon durch ihre bloße Anwesenheit disqualifiziert hatten und es durch das gesprochene Wort eher noch verschlimmerten. Hinzu kommt aber noch, dass hier ein ganzer Volksstamm disqualifiziert wurde. Ein Herr Hoeneß, der sich gerne mal selber widerspricht und dem es eigentlich um Herrn Stoiber leid tut, aber nicht versteht, dass Bayern eben nicht CSU ist und schon erst nicht FC Bayern. Ein Herr Dietl, der das alles ganz normal findet und die ganze Diskussion nicht versteht. Zusammen mit den zwei Politikern muss man sich fragen, ob es sich bei den Bayern nicht doch um eine völlig weltfremde Gemeinschaft handelt.
Natürlich aber haben sich alle alleine dadurch disqualifiziert, dass von niemandem die Frage aufkam, warum denn niemand verstanden hat, worum es in der ganzen Diskussion um Stoiber ging. Warum ist nicht darüber gesprochen worden, warum die Ämter jetzt einfach nur im Vorstand neu verteilt werden. Weit entfernt von der Parteibasis. Die Parteibasis hat ihren Willen bekommen. Stoiber ist demnächst weg, und es geht von vorne los. Parteibasis also bitte wieder Klappe halten. Nun ja, Frau Christiansen ist wohl früher weg.
Hier, hier, hier, hier und hier gibt es auch noch etwas zum nachlesen über die Sendung.
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